Einführung in die Digitale Steuerung der Märklin-Modellbahn

Sie wissen, warum man digital steuern muss, wenn verschiedene Dinge in ein und demselben Stromkreis unterschiedliche Dinge tun sollen?
Na klar, die beiden Lokomotiven in einem Stromkreis sollten ja nicht stets das gleiche tun. Das gilt um so mehr, wenn Sie sagen wir mal 20 Loks auf Ihrer Anlage hätten.

Der Analogbahner hat hier einen grossen Aufwand zu treiben: Er muss seine Anlage in soviele einzelne Teile aufteilen, dass die einzelnen Loks unterschiedliche Einsätze verrichten können.
Jeder einzelne Teil der Analoganlage hätte im besten Fall einen Regeltrafo, damit dort etwas eingestellt werden kann. Man sieht, das kann schnell ins Geld gehen und aufwändige Verdrahtungen erforderlich machen.

Zumindest die Bedienbarkeit einer Anlage leidet doch etwas darunter !

Die Schönheit auch ! Licht an der Lok und in den Wagen gibts nur, wenn die Lok fährt (sonst ist ja kein Strom auf der Schiene!) und Fahrt- richtungsänderungen betreffen immer alle Loks in einem Stromabschnitt. Grund genug für die Hersteller nach einer komfortablen Lösung zu suchen. Da bot sich die Digitaltechnik natürlich an.

Die Höhe der Wechselspannung bei der analogen Steuerung ändert sich mit der Stellung des Geschwindigkeitsreglers.

Das hat zur Folge, dass Beleuchtungen nur bei recht hoher Geschwindigkeit hell leuchten. Die Glühbirnen mussten natürlich für die höchste Geschwindigkeit = höchste Spannung ausgelegt sein!

Die höchste Spannung auf der Schiene wird erreicht, wenn der Umschaltimpuls zur Fahrtrichtungsänderung ausgelöst wurde.

Das sieht bei digitaler Steuerung ganz anders aus.Da jederzeit Informationen über die Schienen gehen müssen, darf sie nie ohne

Spannung sein. Es liegt immer eine gemittelte Spannung von 20 Volt an. Daher kann auch eine stehende Lok und ihre Anhänger beleuchtet sein, ohne dass sie einen akuten Fahrauftrag hat. Diese gemittelte Spannung wird mit Spannungswechseln zwischen -22V und +22 V erzeugt. Für eine logische 0 wird -22 V angelegt, für eine logische 1 legt man +22 V an. Das rechte Bild zeigt eine Informationsübertragung an.

Zwei verschiedene Arten von Informationen laufen über die Schienen:

Loksteuerbefehle:   Fahrtrichtung           Magnetartikel:   rot/grün
                           Geschwindigkeit                              an/aus
                           Function/off (Licht)                         gerade/abbiegen
                           F1-F4-Taste

Damit nun diese Informationen nur dort ankommen, wo sie wirken sollen, muss zusätzlich eine Adressinformation mitgesendet werden. Die Information beginnt also mit einer Adresse. Nur dort, wo der zuständige Decoder sitzt, wird ein Befehl daher wirksam. Damit zwischen Loks und Magnetartikeln unterschieden werden kann, wird mit unterschiedlichen Frequenzen übertragen.

Damit nicht verstümmelte Informationen ein Chaos auslösen (weil gerade die Lok über einen verschmutzten Puko fuhr, oder ein Schleifer für einen Sekundenbruchteil einen Kurzschluss machte), muss jede Information beim angesprochenen Decoder mindestens zweimal fehlerfrei -nämlich gleich- angekommen sein, bevor der Auftrag ausgeführt werden darf. Bei Lokbefehlen werden im Laufe der Zeit die letztgültigen Befehle immer weiter wiederholt, was bei Magnetartikeln unterbleiben kann,weil die Endabschaltung der Antriebe eine Wiederausführung des Befehls verhindert.

In den ersten 4 Bit der Info steckt die Adresse. Das Motorolasystem kennt 80 Lokadressen (hängt mit der Trinär- kodierung zusammen --- 34=81 ) und 256 Magnetartikeladressen. Auch das Motorola II-System bleibt dem treu.Es kann allerdings nun auch die Zusatzfunktionen F1-F4 übertragen.

In einem Bit liegt die Zusatzinfo (Funktion/Off) mit der üblicherweise das Fahrlicht ein-und ausgeschaltet wird. (Manchmal aber auch TELEX!)

In einer weiteren  4 -Bit-Info liegen 16 Möglichkeiten ( 24=16) der Geschwindigkeitsangabe. Fahrstufe 0 = Lok steht. Fahrstufe 15 = Lok Vollgas....

Alles klar? Ich hoffe, ein wenig Grundlagenwissen kam verständlich an.
Denn das ist das Problem, wenn Fachleute was erklären !!!

Tip zur Einstellung von Lokdecodern von Märklin

Bei den 8 poligen Dipschaltern zur Adresskodierung von Märklin-Loks dürfen nie zwei nebeneinanderliegende Schalter des gleichen Pärchens gesetzt werden : 1&2,3&4,5&6, 7&8  sind absolut verboten und führen zur Zerstörung der Decoder.
Niemals nebeneinanderliegende gerade und ungerade Schalter setzen !

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